22. März 1920: PRESSE – Einschränkung wegen Kohlennot

Münchner Neueste Nachrichten vom Montag, 22. März 1920

Die Einschränkung des Bahnverkehrs

Mit dem heutigen Montag, 22. März, ist eine Einschränkung, nicht, wie vielfach angenommen wird, eine Einstellung des Bahnverkehrs eingetreten. Zunächst hat die Kohlennot wieder zu dieser Maßnahme gezwungen. Am Sonntag entfielen auch die Schnellzüge, es waren nur die Vorortszüge aufrecht erhalten. An den Werktagen gehen nun zwei Schnellzüge, der eine um 7.50 Uhr früh über Probstzella nach Berlin, der von Nürnberg auch einen Anschluß nach Frankfurt hat, das aber besser und schneller noch mit dem anderen um 12 Uhr mittags über Stuttgart geleiteten Schnellzug erreicht wird.
In der Richtung Augsburg – Ulm verkehren weiter noch Personenzüge um 4.45 Uhr und 9.10 Uhr nachmittags, in der Richtung Ingolstadt – Treuchtlingen um 1.30 Uhr und 7.12 Uhr nachmittags, Richtung Landshut 11.24 Uhr vormittags und 8.35 abends, Richtung Rosenheim – Salzburg – Kufstein 4.15 nachm., Mühldorf – Simbach 3.40 Uhr nachmittags, Kempten – Lindau 5.30 vormittags und 1 Uhr nachm. Nach Starnberg ist Fahrgelegenheit um 1.10, 3.25 und 7.30 nachmittags, nach Garmisch – Kochel um 6.20 Uhr früh, nach Holzkirchen – Bad Tölz – Schliersee um 7.05 Uhr vormittags und 6 Uhr abends und nach Herrsching um 3.12 Uhr nachmittags. Die sämtlichen Fahrzeiten gelten für den Hauptbahnhof; die Züge nehmen Reisende nur nach Maßgabe der vorhandenen Plätze auf.
Im Nahverkehr bleiben sämtliche auf den Wandfahrplänen verzeichneten Züge im Betrieb. Die Züge sind namentlich auch nach den Bedürfnissen der Post= und Eilgutbeförderung eingerichtet. Wie lange die Einschränkungen andauern, läßt sich im Augenblick noch nicht feststellen.

Quelle: Walter Langenmeier (mit freundlicher Genehmigung)

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