Orient-Express 1883-1897

Der Orient-Express auf der Bahnstrecke Mühldorf-Simbach

„Der erste Orient-Express 1883“, unbekannter Urheber (Quelle: gemeinfreies Bild auf wikimedia.org)

Die Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL) führte erstmals im Jahr 1883 eine europäische Direktverbindung unter dem Namen Orient-Express ein. Dieser Luxuszug, der Anfangs nur aus wenigen Schlafwagen und einem Speisewagen sowie dazugehörigen Gepäckwagen bestand, sollte die Metropolen Paris und Konstantinopel (heute: Istanbul) verbinden.

Zwischen 1883 und 1897 nutzte der Orient-Express die Bahnstrecke Mühldorf-Simbach als kürzeste Verbindung zwischen München und Wien.

Am 5. Juni 1883 fuhr erstmals ein Orient-Express im Bahnhof Paris Gare de l´Est Richtung Osteuropa ab. Ein Reporter der Augsburger Abendzeitung fuhr von München bis Simbach mit und lieferte einen eindrucksvollen Augenzeugen-Bericht.
Augsburger Abendzeitung 7. Juni 1883

Die Aufnahme des regelmäßigen Verkehrs wurde in der Presse bekannt gegeben:
„Die Generaldirektion der kgl. bayerischen Verkehrsanstalten gibt Folgendes bekannt: „Der erste Orient=Expreßzug in der Richtung nach Paris passirt die Strecke Simbach = Ulm in der Nacht von Samstag den 9. auf den 10. Juni. – Der zweite Orient=Expreßzug nach Konstantinopel passirt die Strecke Ulm = Simbach Samstag den 9. Juni. Von diesem Zeitpunkt an verkehren die Orient=Expreßzüge in der im Plakat=Fahrplane vorgesehenen Weise.“ Der zurückkehrende Zug dürfte Augsburg Sonntag den 10. d. M. früh 1 Uhr passiren.“ (Augsburger Neueste Nachrichten vom 9. Juni 1883)

Anfangs konnte der Orient-Express noch nicht durchgehend bis Konstantinopel verkehren, da das Schienennetz in Osteuropa noch einige Lücken aufwies. Erst ab dem 12. August 1888 verkehrte erstmalig ein Zug durchgehend bis zum Bahnhof Konstantinopel-Sirkeci.